Chronik der Marktmusik St.Georgen/G.

Gegründet 1859
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Die ersten 85 Jahre

Nicht nur Döner und Kebab brachten uns die Türken, nein auch die Blasmusik.
Der Ursprung der Österreichischen Blasmusik liegt in den Janitscharenkapellen
der Belagerer Wiens 1683. Mit ihrem martialischen Spiel waren sie eine
moralische Stärkung der Truppen und dienten zur Unterhaltung bei Empfängen und
anderen Festlichkeiten. Diese Art von Musik war also schon damals kein bisschen
leise – genauso wie wir heute.
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Nach türkischem Vorbild entstanden bei der Österreichischen Armee
sogenannte Musikbanda, die später zu Regimentsmusiken
wurden. Das 19. Jahrhundert gilt als „Goldenes Zeitalter“ der Militärmusik.
Dies strahlte natürlich auch auf das ganze Land aus. So entstanden in der Folge
überall in den Märkten und Dörfern Blasmusikgruppen, die kirchliche und profane
Feste mit Musik bereicherten. Oft war für diese Gründungen das Zusammenwirken
von Pfarrern, Lehrern, ehemaligen Militärmusikern und großzügigen Ortsbewohnern
– die beispielsweise Instrumente stifteten – maßgeblich.
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So wird es auch in St. Georgen gewesen sein, auch wenn es keine schriftlichen
Aufzeichnungen darüber gibt. Mündlich überliefert ist aber, dass es ab 1858/59
auch bei uns eine Blasmusik gab und es sind auch Namen von Musikern aus dieser
Zeit bekannt. Daher wurde 1959 erstmals ein Jubiläum – das hundertjährige –
gefeiert und somit das Jahr 1859 als Gründungsjahr festgeschrieben.
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Als erster Kapellmeister wird ein Maximilian Kampelmüller
genannt, der Notenmaterial von seiner Militärmusikzeit mitbrachte. In Zeiten
ohne Kopiergeräte waren Noten nach den Instrumenten der wichtigste Schatz einer Musikkapelle.
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Erste fotografische Dokumente zeigen Musiker in Veteranen-Uniform mit ihren
markanten Federbuschen am Hut und eine Musikgruppe mit Blas- und Streichinstrumenten,
eine Mischung, die damals üblich war.
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Eine für das musikalische Leben in St. Georgen ab 1875 herausragende
Persönlichkeit war der Schulleiter, Organist und Komponist Josef Berger.
Neben Kirchensängern und Streichern bildete er auch eine große Anzahl von Blasmusikern
aus, die unsere Kapelle bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges maßgeblich prägten.
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Offensichtlich wurde schon damals manches Mal gestritten, denn es sind auch
eine zeitlang zwei Musikgruppen nachgewiesen, bis dann eine Veteranen-Kapelle
gegründet wurde, die aber während des Ersten Weltkrieges im wahrsten Sinne des
Wortes mit der Monarchie unterging.
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1919 wurde die Blasmusik neu aufgestellt, aber erst 1922 erfolgte die formelle
Gründung eines Musikvereines.
Ab dieser Zeit sind für den Verein wichtige Personen und zunehmende Aktivitäten
gut dokumentiert. Hier finden wir Namen wie Mühlberger, Gebauer,
Schützenberger, Zeinlinger, Schatz, Prem, Hauser u nd andere, die ältere St.
Georgener noch mit dem Musikverein in Verbindung bringen werden.
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1924 in „Trudringer Tracht”. Diese war nach einem Münchner Trachtenverein gestaltet
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Es wird von der Teilnahme bei Priesterweihen, Kriegerdenkmalsenthüllungen, Hochzeiten,
Begräbnissen aber auch von ersten Ausflügen, Wertungsspielen und Musikfesten berichtet.
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Musikverein St. Georgen/Gusen um 1930 in Uniform
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Unter Kapellmeister Franz Zeinlinger erreichte der
Musikverein St. Georgen ab 1935 ein beachtliches Niveau. Der Zweite Weltkrieg
setzte dieser Aufwärtsentwicklung ein jähes Ende. Die Musiker mussten einrücken
und zu Fronleichnam 1942 erfolgte der von den Nationalsozialisten missbilligte
letzte Auftritt unter Kapellmeister Franz Hauser.
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Hochzeit Franz Hauser 1936
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Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg 1945

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64 Jahre leben wir jetzt ohne Krieg – eine der längsten Friedensperioden überhaupt.
Umgekehrt hat es in diesem Zeitraum für die Menschheit größte Umwälzungen in allen
Lebensbereichen gegeben.
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Davon ist auch die Blasmusik nicht ausgenommen: Vom mühseligen Schreiben der
Noten mit der Hand zu Druck- u. Kopier-Massenware, vom kurzen Instrument-Lernen
bei einem älteren Musiker – meist neben dessen Arbeit – zum staatlich
geförderten Musikschulwesen, von alten, oftmals reparierten Instrumenten und
gebrauchten Uniformen zu „glänzenden Trompeten“ und schicken Trachten.
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Aber auch die Ansprüche der Menschen an die Musik sind gestiegen. War sie
früher eine freudig aufgenommene Abwechslung bei harten Lebensbedingungen,
vergleicht man uns heute mit perfekten Studio-Aufnahmen aus Fernsehen und CD´s.
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Das Kulturangebot ist förmlich explodiert. Wir, die Blasmusik, sind ein Teil
davon – nicht mehr wie früher, oftmals die einzige Musik, die neben einer
Kirchenorgel im Ort zu hören war. Bei der Suche nach jungen Musikern und Musikerinnen
stehen wir heute im Wettbewerb mit einer mächtigen Unterhaltungs-Industrie.
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.Wie bringen wir Kinder weg vom Computer . . . . hin zum doch manchesmal mühseligen Lernen
eines Instrumentes? Dass es aber geht,  beweisen die vielen jungen Gesichter unseres Vereines.
Aber jetzt der Reihe nach:
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Am 12. August 1945 fand die erste Probe nach Kriegsende unter der Leitung des alten
und neuen Kapellmeisters Franz Zeinlinger statt. Neben den vom
Krieg heimgekehrten Musikern kamen bald junge dazu – zwei davon, Franz Schöfl
sen. und Hans Pachinger sind heute, 62 Jahre später, noch aktiv.
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1949 kam es dann zur offiziellen Wieder-Gründung des Vereines. Johann
Hattmannsdorfer
wurde Obmann und blieb dies mit großen Verdiensten bis
zu seinem Tod 1974, Florian Bernreiter übernahm die Kapellmeister-Stelle.
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Tanzmusik in den 50iger-Jahren im Gasthaus Haas
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1952 war der erste Auftritt in den neuen Uniformen und bei einem großen Heimatfest 1953 spielten
vier Kapellen auf, die unter der musikalischen Leitung von St. Georgenern standen:
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Franz Zeinlinger mit der Salinenmusik Ebensee, Alfred Ledl mit der Stadtkapelle
Eisenerz, Josef Gebauer mit der Stadtkapelle Grein und Florian Bernreiter mit
dem Musikverein St. Georgen/Gusen.
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Neue Uniform 1953
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Die Musik 1963 anlässlich der Einweihung des Musikheimes
in Uniform, die wir von 1952 bis 1963 trugen
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Doppelhochzeit Musel und Schatz am 07.05.1957
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Geprobt wurde, wie seit 1945, noch immer im Gasthaus Lehner (heute Sparkasse /Spar-Einkaufsmarkt).
1955 erfolgte die Umstellung auf tiefe Stimmung und eine damit verbundene Neu-Instrumentierung.
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Wie schon erwähnt, feierte der Verein dann am 18. u. 19. Juli 1959 mit einem Bezirksmusikfest bei strömendem Regen sein 100-jähriges Jubiläum.
Wegen der steigenden Musikerzahl wurde mit tatkräftiger  Unterstützung des Vereinsmitgliedes
Baumeister Hentschläger ein Musikheim errichtet und im November 1963 bezogen.
Heute ist in diesem ersten, eigenen Probelokal in der Bahnhofstraße das Eltern-Kindzentrum „Karussel“.
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1968 erfolgte ein Kapellmeister-Wechsel von Florian Bernreiter an
Dipl.Ing. FritzPrammer und ein Jahr später rückte der Verein
erstmals in einer neuen Tracht und auch mit Marketenderinnen aus.
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1969 Marktmusik in neuer Tracht
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1970 gab es in St. Georgen ein weiteres Musikfest und der Verein trat unter
Dipl.Ing. Fritz Prammer fast alljährlich zu Wertungsspielen und unter Stabführer
Ernst Holzinger zu Marschwertungen an.
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Musikfest 1970
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Konzertreisen und Ausflüge führten uns nach La Bazoche in Frankreich,
Bergrheinfeld und Brandoberndorf in Deutschland, Kurtinig in Südtirol, nach
Spanien und eine Reihe anderer Orte im In- und Ausland.
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Nach dem Tod von Johann Hattmannsdorfer war von 1974–1981 Johann Schatz und
von 1981 – 1986 Johann Hattmansdorfer jun. Obmann des Vereins.
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In diese Zeit fielen erfolgreiche Musikfeste wie 1980, 1982 (Musikantenstadl beim Kremplbauer)
und 1984 das 125-jährige Bestandsjubiläum, bei dessen Festzug 100 Gruppen mitwirkten –
zweifelsohne der Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte.
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125-jähriges Bestandsjubiläum
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Eine neue Tracht gab es 1986 und wieder ein Hallenfest, diesmal am Pötsch-Gelände.
1987 kam es zu einem Wechsel in der Vereinsführung.
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Johann Prammer wurde Kapellmeister und ist dies bis heute, und
Josef Pölz Obmann (bis 1994 und nochmals interimistisch 2000/2001).
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Seit 1988 geht die Marktmusik Faschingblasen und dieser neue Brauch entwickelte sich zu
unserer Haupt-Einnahmequelle, mit der wir die steigenden Ausgaben wie Ankauf von
Instrumenten, Gesangs- und Verstärkeranlage, Neueinkleidungen etc. bestreiten können.
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Neben dem großen Orchester gab und gibt es auch immer kleinere Gruppen, die sehr aktiv sind.
So die „Georgi Buam“ unter Hans Pachinger, die „SMV Big Band“unter Mag. Ernst Deisinger
und Franz Schöfl jun., die „Oldies“ oder jetzt die  „Press-House-Brass“
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Pachinger´s Georgi-Buam in den 70er-Jahren
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SMV  –  BIG  BAND
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Press House Brass
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Nach Franz Strasser (1994/95) führte bis zum Jahr
2000 Franz Haider den Verein, mit der jetzt offiziellen
Bezeichnung Marktmusik St. Georgen an der Gusen.
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1996 bekamen wir die bisher letzte neue Tracht und diesmal wagten wir uns
erstmals über Knickerbocker und die immer zahlreicher werdenden Musikerinnen
bekamen Trachtendirndl und sind seitdem auch optisch eine Bereicherung.
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1997 Musikfest in der Reithalle Mayrwöger.
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1999 war wieder ein Jubiläumsjahr mit einem 3-Tages-Fest im neuen Einsatzzentrum
und einem Bezirksmusikfest mit Marschwertung am Marktplatz.
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Dabei wurde auch das Einsatzzentrum eingeweiht und somit auch unser neues,
modernes Musikheim. Wir fanden an einem neuen Standort  eine neue Heimat.
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Bezirksmusikfest mit Marschwertung am Marktplatz  1999
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2001 wurde Franz Schöfl jun. zum Obmann gewählt und er unterstützte Johann Prammer
auch jahrelang  in der msikalischen  Leitung des ereines.
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Mit einer guten Mischung aus traditioneller Blasmusik und moderner Unterhaltungsliteratur
erntet der Verein bei Open Air Konzerten, Frühschoppen, auswärtigen Zeltfesten und
gemeinsamen Auftritten mit dem Gesangsverein viel Zuspruch.
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Ab  2006  übernahm Rudolf Hanl die Funktion des  Obmannes und mußte aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 2011 dieses Amt  zurücklegen.
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So gehen wir  seit 2011 unter der Leitung von Rudolf  Musel optimistisch in die Zukunftunter
unter dem Motto:
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“150 Jahre – und kein bisschen leise”

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S T A T I S T I K

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Ehrenmitgliederder Marktmusik St.Georgen/Gusen

Ehrenbroschenträgerin Elisabeth Dumhart

Ehrenbroschenträgerin Walpurga Pachinger

Ehrenbroschenträgerin Rosina Prammer

Ehrenbroschenträgerin Leopoldine Schöfl

Franz Dobersberger

Rudolf Dumhart sen.

Ehrenstabführer Ernst Holzinger

Ehrenkapellmeister DI Fritz Prammer

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Obmänner der Marktmusik St.Georgen/Gusen

Karl Gebauer    (1922 – 1929)

Friedrich Huemer    (1929 – 1949)

Abg. z. NR Bgm. ÖR Johann Hattmannsdorfer    (1949 – 1974)

Johann Schatz    (1974 – 1981)

Johann Hattmannsdorfer    (1981 – 1986)

Ing. Josef Pölz    (1986 – 1994)

Franz Strasser    (1994 – 1995)

Franz Haider    (1995 – 2000)

Rudolf Dumhart    (2000)

Ing. Josef Pölz    (2000 – 2001)

Ing. Franz Schöfl    (2001 – 2005)

Rudolf Hanl    (2006 bis 03/2011)

Rudolf Musel (03/2011 bis dato)

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Kapellmeister der Marktmusik St.Georgen/Gusen

Maximilian Kampelmüller    (1859 – ca. 1890)

Johann Fürst     (ca. 1890 – 1896)

Johann Grasser    (1896 – 1901)

Franz Hunger    (1903 – 1905)

Richard Grasser    (1905 – 1914)

Franz Mühlberger    (1901 – 1903 und 1918 – 1921)

Johann Mühlberger    (1921 – 1925)

Johann Schützenberger    (1926 – 1930)

Johann Schatz    (1930 – 1934)

Franz Zeinlinger    (1935 – 1939 und 1945 – 1949)

Franz Hauser    (während des 2. Weltkriegs bis 1943)

Florian Bernreiter    (1950 – 1968)

DI Fritz Prammer    (1968 – 1987)

Ing. Franz Schöfl    (2005)

Ing. Johann Prammer    (1987 bis dato)

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Stabführer der Marktmusik St.Georgen/Gusen

Josef Pölz sen.    (1952 – 1970)

Ernst Holzinger    (1970 – 1991)

Paul Haunschmied MSD    (1991 – 1995)

Karl Heinz Raffetseder    (1995 – 1996)

Rudolf Dumhart    (1996 – 2000)

Robert Wöss    (2000 – 2002)

Rudolf Dumhart    (2002 bis 2011)

Musel Eva     (2012 – …… )